Rucola goes Rock’n’Roll

In unserem Gemüsebeet ist einiges los!

Mangold hat sich schick in Schale geworfen und ist mit seinem schillernden Ballkleid in Neonpink, Knallgelb und Zartrosa der von allen bewunderte Star auf der Party.

Doch die Essbare-Blüten-Mädchen-Gang (Ringelblume, Borretsch und Kornblume) droht ihm den Rang abzulaufen, denn sie bereiten sich im Schminkzimmer schon auf ihren großen Auftritt in Blau, Gelb und Hellila vor.

Butternut-Kürbis ist ein aufdringlicher Zeitgenosse, der den meisten Platz auf der Tanzfläche einnimmt. Er rückt Erbse und Kohlrabi schamlos auf die Pelle, was die beiden gar nicht lustig finden.

Wassermelone lässt sich das Imponiergehabe des Butternut-Kürbis wiederum nicht bieten und rempelt ungeniert zurück.

Wie es scheint, hat Honigmelone sogar Gefallen an dessen großspurigen Auftreten gefunden, denn die beiden verstehen sich prächtig! Wo das wohl noch hinführt?

Gurke und die beiden Zuchini-Damen sind die einzigen, die Butternut-Kürbis echte Konkurrenz machen. Sie treten so dominant auf, dass Pflücksalat und Dill schon das Feld geräumt haben. “Unerträglich, Gurken von heute haben auch kein Anstand mehr”, beschweren sich die beiden. “Wenn sie meinen, sich hier breit machen zu müssen, dann treten wir als Herren von Format eben den Rückzug an”.

Die Pfingstrosen stehen unbeteiligt in der Ecke und denken sich: “Wir sind auf dem falschen Fest gelandet, wären wir doch im Blumenbeet! Da hätten wir wenigstens unsere Ruhe! Dieser Rummel hier ist ja unerträglich”.

Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind wahre Partyhopper und tauchen überall auf, wo es was zu feiern gibt.

Aubergine trägt ein ausgefallenes Kostüm in Dunkellila und kann in puncto Schönheit durchaus mit Mangold mithalten. Doch beim Anblick der Fotografin ruft sie pikiert: “Bitte kein Foto! Das grelle Scheinwerfer-Licht der Disco-Beleuchtung schadet meinem Teint! Und überhaupt, ist das eigentlich datenschutzrechtlich zulässig?”

Tomaten sind leider nicht am Türsteher vorbei gekommen, da sie dazu neigen, schlechte Stimmung zu verbreiten. Grießgrämig sitzen sie jetzt vor der Tür: “Lass uns einen anderen Club suchen, der hier ist sowieso zu voll”, sagt die eine.

Rucola hat erst ordentlich auf den Putz gehauen, aber dann ruft er: “Was ist denn das für eine Party, auf der es nicht einmal genug zu trinken gibt? Ich will Schnaps, Wein oder wenn es sein muss auch Bier, Hauptsache flüssig muss es sein!”

“Der braucht immer Alkohol, um lustig zu sein”, machen sich die uneingeladenen Gäste Löwenzahn, Giersch und Quecke lustig. “Schau uns an, wir können monatelang auf dem Trockenen sitzen, ohne dass uns die Feierlaune vergeht”. “Kein Wunder, dass ihr so zerrupft ausseht”, kontert Rucola schlagfertig, “mit der Frisur habt ihr keine Chance bei den Ladys”.

“Entweder wir müssen einen größeren Saal mieten, oder weniger Gäste einladen”, denken sich die Veranstalter. “Die Vergabe der Platzkarten sollte neu überdacht werden, damit es nicht zu Rempeleien und Zusammenstößen kommt. Den Getränkebedarf haben wir auch nicht ganz richtig kalkuliert. Also, die nächste Großveranstaltung planen wir besser!”

So der Vorsatz für nächstes Jahr:)

Liebe Grüße,

Amely

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