Garten-Rückblick April

Nach einer unfreiwilligen Blogpause melde ich mich wieder mit einigen Impressionen aus unserem Garten.

Was micht diesen Monat besonders begeistert hat, ist das Prinzip Selbstaussaat.
Der Gärtner gibt eine Anregung, indem er eine Pflanze aussät. Die Natur nimmt diese dann auf und führt sie selbstständig fort. Nicht immer genau so, wie man es sich wünscht, aber das ist ja gerade das Spannende daran.

Manche mögen’s eng: Sonnenblumen

Diese Sonnenblumen zum Beispiel haben sich in einer Ecke ausgesät, in der ich ursprünglich ein nostalgisches Beet mit ungefüllten Pfingstrosen, Schleierkraut und Zinnien anlegen wollte. Da passen Sonnenblumen gar nicht dazu. Aber jetzt sind sie schon mal da, der Boden ist bedeckt und einige davon werden schön blühen. Und das beste ist: Ich muss gar nichts dafür tun. Wer weiß, ob das Schleierkraut und die Zinnien überhaupt aufgegangen wären.

Auch sehr gut geeignet für die Selbstaussaat ist Koriander. Dazwischen steht noch Feldsalat, der blüht. Ich bin mal gespannt, ob er sich auch aussät.

Bei manchen Kandidaten bin ich allerdings nicht sicher, ob sie ihren Platz gut gewählt haben:

Ein wilder Fenchel hat sich genau zwischen Beet und Weg häuslich eingerichtet.

Der Petersilie scheint es direkt neben der Terrasse gut zu gefallen

Und die Kornblumen haben sich in den Fugen der Trockenmauer breitgemacht. Mir soll es recht sein:)

Auch Borretsch ist prädestiniert für die Selbstaussaat, sehr zur Freude der Bienen. Manchmal muss man diesen ausbreitungsfreudigen Kandidaten allerdings ein bisschen zügeln, sonst hat er bald das Sagen im Gemüsebeet.

Von unserer Blumenwiese letztes Jahr konnte sich die Phacelia weiterhin ein Plätzchen im Garten sichern. Wir haben die Blumenwiese jetzt übrigens nochmal neu ausgesät und hoffen, dass es dieses Jahr besser klappt. Das Wetter spielt ja bisher wirklich sehr gut mit. Außerdem haben wir eine Saatgutmischung gefunden, die speziell auf die lehmigen Böden in unserer Region zugeschnitten ist. Der Boden ist auch viel lockerer als im Jahr davor, vermutlich durch die Gründüngung. Also es kann eigentlich nur besser werden mit der Blumenwiese…

Insgesamt wird es an manchen Stellen ganz schön eng:

Hier rangeln Stockrosen, Kornblumen und Zitronenmelisse miteinander. Die Stockrosen hatte ich wirklich unterschätzt, ihre Blattrosetten werden riesig! Es war wohl doch keine gute Idee, sie im Gemüsebeet zu platzieren, denn sie nehmen Radieschen, Salat und Kräutern schon recht viel Licht weg. Aber erstmal lasse ich sie stehen, obwohl ich dauernd mit dem Malvenrost zu tun habe, denn ich will sie ja mal blühen sehen!

Die Blumenzwiebeln, die ich im März noch verspätet gesetzt hatte, sind tatsächlich noch teilweise gekommen!

Zum Glück habe ich diese fünf Grazien noch rechtzeitig fotografiert, denn einen Tag darauf war es bereits zu spät. Die Rehe haben uns mal wieder einen Besuch abgestattet und hatten just auf Tulpenblüten Appetit. Und auf Salat.

Der Schneeball hat zwar viele Blüten, verträgt aber Trockenheit offensichtlich nicht besonders gut. Glücklicherweise fielen ja in den letzten Wochen nochmal einige Niederschläge. Aber wie er wohl den Sommer verkraftet? Schade auch, dass es eine gefüllte Sorte ist, die für Bienen keine Nahrung bietet. In der Gärtnerei wurde der Strauch als insektenfreundlich bezeichnet. Aber darauf kann man sich wohl nicht verlassen.

Schön blüht auch die Clematis. Sie soll eine Wand begrünen und hat noch einiges vor sich.

Auch ganz fotogen: Die Kiwi. Ich bin mal gespannt, wann sie zum ersten Mal Früchte trägt.

Die ersten Rosen sind schon am Blühen. Leider haben die Bodendeckerrosen ziemlich mit Sternrußtau zu kämpfen. Nach dem Abschneiden der betroffenen Blätter habe ich sie mit Ackerschachtelhalmbrühe eingesprüht. Aber ich glaube, das hat eher einen psychologischen Effekt.

Diese hier sind zum Glück kerngesund.

Wie sieht euer Garten zur Zeit aus?

Liebe Grüße,

Amely

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8 Kommentare

  1. Liebe Amely,
    Hoffe die unfreiwilligevPause war nichts Ernsthaftes! “Daumen drück”.
    Ja, so viele Kräuter und Blumen wachsen lieber ganz wo anders, als wir sie gern hätten oder denken, da wäre es gut. Schön, dass Du ihnen Raum geben kannst.
    Rehe lieben Tulpen! Sind ja eh “Naschkatzen” äh “Naschrehe”. Und merken sich auch, wo es Feines gibt, nur so für nächstes Jahr…
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Nina

    1. Liebe Nina, danke, du treue Leserin und Kommentatorin!
      Statt unfreiwillig hätte ich besser ungeplant schreiben sollen. Irgendwie komme ich mit der neuen WordPress-Version nicht zurecht und brauche deswegen für einen Beitrag echt doppelt so lange. Zwar habe ich viele Ideen im Kopf, aber sie finden nicht so recht den Weg in die Tastatur… So kam es, dass ich meinen Blog etwas vernachlässigt habe in der letzten Zeit. Aber ich möchte jetzt weiter dranbleiben.
      Habt ihr manchmal auch Besuch von Rehen? Wie gehst du damit um?
      Liebe Grüße,
      Amely

  2. Hallo Amely,
    das gefällt mir so richtig hier. Auch bei mir im Garten gibt es reichlich Selbstaussaat und das meiste darf tatsächlich bleiben. Kommt ja auch meiner Faulheit zugute. Und bei einem großen Garten muss man schon mal an den richtigen Stellen faul sein dürfen. Insekten und Vögel danken es uns zudem.
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

    1. Hallo Elke, es ist ja toll, dass du auch Pflanzen hast, die sich selbst aussäen dürfen! Ich finde es auch sehr zeitsparend und bequem. Und dass die Tiere von den Blüten profitieren, motiviert mich auch. Natürlich sieht es dann nicht so durchgestylt und strukturiert aus, wie wenn man alles selbst geplant hätte. Aber manchmal ergeben sie so charmante Kombinationen, auf die man gar nicht gekommen wäre. Ich bin gespannt, was sich alles noch ergibt.
      Und jetzt schaue ich gleich mal auf deinen Blog, in der Hoffnung dort etwas über deinen Garten zu erfahren:)
      Liebe Grüße,
      Amely

  3. Das finde ich ja gerade das schöne am Naturnahen gärtnern, wenn man den Pflanzen freie Wahl lässt wo sie am besten gedeihen können. Klar muss man ab und zu eingreifen aber wie man schön in eurem Garten sehen kann gedeiht vieles dort wo es gefällt.
    L G Pia

    1. Liebe Pia, ja, es ist spannend und entspannend zugleich, so zu gärtnern… spannend, da man nicht vorhersehen kann, wo sich was aussät, und entspannend, da man die ganze Arbeit nicht selbst machen muss, sondern der Natur einen Teil überlässt…
      Liebe Grüße,
      Amely

  4. Liebe Amely,
    das sind wunderschöne Impressionen aus Deinem Garten, besonders gut gefällt mir, dass die Kornblume in der Trockenmauer einen Platz gefunden hat. Gerade diese Kombination aus Steinen und Blumen finde ich immer sehr reizvoll.
    Bei uns sät sich auch so einiges selbst aus. Allerdings ist es manchmal schon wirklich zuviel, so wie beim Bärlauch, der hat sich schon fast überall im Garten breit gemacht. Und andere Pflanzen, über deren Selbstaussaat wir uns wirklich freuen würden, werden von Jahr zu Jahr weniger bis sie schließlich ganz verschwunden sind.
    Warum Du nicht auf die Verlinkungen klicken kannst um dann weiter geleitet zu werden weiß ich nicht, aber ich habe schon festgestellt, dass man hier fast genau in die Mitte des Bildes klicken muss, damit sich was tut.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang, danke, das freut mich! Ich denke schon, dass man auf Dauer bei dem Prinzip Selbstaussaat immer mal wieder lenkend eingreifen muss, sonst hat man – wie du schreibst – ein paar nicht so gewünschte Sorten, die die anderen zurückdrängen.
      Aber da wir noch viel Platz im Garten haben und nicht die Möglichkeit, alles sofort zu bepflanzen oder einzusäen, ist es mir jetzt noch sehr recht. Lieber ein Meer von Sonnenblumen als lauter Quecken. Die bekomme ich nämlich gar nicht in Griff. Also ist mir alles Blühende recht, das sich selbst aussät…
      Leider klappt es immer noch nicht, den Links zu folgen… Vielleicht liegt es an meinem Tablet, ich probiere es mal am Computer. Aber danke für deinen Tipp!
      Liebe Grüße und eine schöne Woche,
      Amely

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