Winterimpressionen und Vorsätze

Und, seid ihr gut ins Neue Jahr gestartet? Habt ihr Vorsätze gefasst? Gelingt es euch, die dann auch umzusetzen?

Ich kann euch verraten, dass ich – wie jedes Jahr –  einen Vorsatz gefasst habe. Und es gelingt mir auch sehr gut, diesen konsequent umzusetzen.

Mein Vorsatz heißt – wie jedes Jahr – “Fasse keinen Vorsatz, erst recht nicht im Januar”. Das klappt ganz hervorragend.

Die Tradition, im Januar auf das alte Jahr zurückzublicken und große Vorhaben für das neue Jahr ins Auge zu fassen, ist ja schön und gut. Aber für mich ist der Januar eher ein “Augen-zu-und-durch”-Monat.

Doch manchmal lohnt es sich trotz Kälte, Schneeregen und grauem Himmel, die Augen aufzumachen und die Natur zu betrachten. Oder gerade deswegen?

Ist jegliche Farbe durch den Nebel wie wegradiert, dann kommen die Formen umso besser zur Geltung.

Die Weinreben sehen aus wie ein kahles Gerippe und verlieren sich im Nebeldunst. Dahinter ist der Wald nur noch zu erahnen.

Bäume recken ihre Äste in den Himmel: mal zart und zerbrechlich, mal wild und ungestüm, mal sanft und geschwungen.

Aus dem Geflecht der Zweige ergeben sich bizarre Formen, die an eine Zeichnung von Klimt oder eine Fassade von Gaudi erinnern.

Wie Skulpturen oder Mahnmale stehen die knorrigen Riesen zusammen. Doch woran wollen sie uns erinnern? Oder flüstern sie sich nur gegenseitig etwas zu? Ist das eher ein vertrautes Stelldichein oder eine konspirative Sitzung? Oder gar ein erbitterter Wettbewerb?

Tatsächlich haben Forscher herausgefunden, dass Bäume nicht gegeneinander ankämpfen, sondern zusammenarbeiten. Sie “kommunizieren” miteinander, indem sie verschiedene Botenstoffe austauschen. So können sie beispielsweise Informationen über Wassermangel, Schädlinge, Hitze oder Umweltgifte austauschen und darauf reagieren.

Auf diese Weise wachsen und gedeihen sie auch unter widrigen Bedingungen.

Auch wir Menschen können von den Bäumen lernen. Ein afrikanisches Sprichwort lautet:

Wenn Du schnell gehen willst, geh allein.
Wenn Du weit gehen willst, geh mit anderen.

Mit diesem Grundsatz bin ich bisher gut gefahren. Aber ich möchte ihn noch ausbauen. In puncto Nachhaltigkeit will ich Tschüss zum Einzelkämpfertum sagen. Stattdessen will ich mich noch mehr mit anderen austauschen, vernetzen und verbünden. Denn nur gemeinsam lässt sich ein weiter Weg zurücklegen.

War das jetzt ein Vorsatz? Mist, dann konnte ich meinen Vorsatz, keinen Vorsatz zu fassen, doch nicht in die Tat umsetzen. Es ist halt nicht so leicht mit den Vorsätzen…

Ein frohes Neues Jahr wünscht euch

Amely

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