Wachstücher selbermachen

Bienenwachstücher DIY

In meiner Liste “Nachhaltige Weihnachtsgeschenke” landeten die selbstgemachten Wachstücher ganz weit oben. Denn dieses farbenfrohe Geschenk eignet sich gut, um Stoffreste zu verarbeiten, und macht den Beschenkten Lust darauf, auf Frischhaltefolie zu verzichten. Außerdem sind nicht viele Zutaten erforderlich und es ist recht schnell gemacht!

Mittlerweile habe ich die Technik noch etwas optimiert. Wenn du Interesse an den neuesten Erkenntnissen aus meiner kleinen Bienenwachstücher-Manufaktur hast, dann lies einfach weiter:)

Wachstücher selbermachen

Du brauchst:

  • Stoffreste in verschiedenen Größen
  • eventuell eine Zickzack-Schere
  • Bienenwachs
  • Kokosöl oder ein anderes Pflanzenöl
  • Töpfe, Backpinsel, Bügeleisen, Backpapier

Und so geht’s:

DIY Wachstücher

  • Schneide als erstes den gewaschenen, gebügelten Stoff zu. Als Format bieten sich verschieden große Rechtecke an. Auch runde oder ovale Formen sind möglich. Dabei kannst du dich an den Auflaufformen und Schüsseln orientieren, die du hast. Mit einer Zickzackschere sieht der Rand besonders schön aus.

  • Schmelze nun das Öl mit dem Bienenwachs im Wasserbad, dabei gut umrühren. Als Mischungsverhältnis habe ich etwa 1:5 (Öl : Wachs) genommen. Andere empfehlen 1:4 oder auch 1:10. Am besten, du probierst etwas aus. Das Öl sorgt dafür, dass das Tuch nachher schön flexibel ist.
  • Lege anschließend ein Backpapier auf einen hitzebeständigen, glatten Untergrund wie zum Beispiel eine alte Fliese.
  • Schichte die Tücher auf und streiche jedes zweite dünn mit der Öl-Wachs-Mischung ein. Achte dabei darauf, besonders die Ränder zu imprägnieren, damit sie später nicht ausfransen.

  • Jetzt kannst du die Tücher mit einem zweiten Backpapier abdecken und bügeln, bis sich das Wachs gut verteilt hat. Dabei saugen die Tücher, die nicht eingestrichen sind, das überschüssige Wachs auf.
  • Prüfe, ob noch irgendwo Wachs fehlt und bestreiche die Lücken.
  • Sobald sich das Wachs durch erneutes Bügeln gut verteilt hat, kannst du die Tücher zum Trocknen auslegen.
  • Fertig sind deine selbstgemachten Wachstücher!

Mit den Tüchern kann man Schüsseln, Auflaufformen, Nachspeisen oder angeschnittenes Obst abdecken und Pausenbrote einwickeln. Für rohes Fleisch hingegen sind sie nicht geeignet. Mit einem feuchten Lappen und eventuell etwas Spülmittel kann man sie leicht reinigen. Nicht heiß waschen oder in die Waschmaschine geben, da sich dort das Bienenwachs verflüssigen würden. Sollte die Imprägnierung nach einiger Zeit nicht mehr ganz dicht sein, so kann das Tuch einfach nochmal mit Wachs bestrichen und gebügelt werden.

Bienenwachstücher DIY

Die Bienenwachstücher machen sich nicht nur an Weihnachten gut als Geschenk, sondern auch unterm Jahr. Dieses Mal habe ich sie mir einfach selbst geschenkt:)

Liebe Grüße,

Amely

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18 Kommentare

  1. Guten Morgen Amely
    Und Du kannst sie als Brustwickel bei Husten verwenden. Diese aus hygienischen Grönden dann separat lagern.
    Ich bin grad dabei Stoff zu bestellen.
    Grüess Pascale

    1. Hallo liebe Pascale,
      das kannte ich jetzt noch nicht, ist aber interessant!
      Bin gespannt, wie es bei dir klappt. Bei neuem Stoff sollte man das Vorwaschen nicht vergessen, da sich Rückstände von Chemikalien darin befinden.

      Liebe Grüße,
      Amely

  2. Liebe Amely, Deine Tücher sehen toll aus!! Ich hatte mir letztes Jahr auch mal vorgenommen, Wachstücher selbst zu machen, nachdem ich auf div. Handmade Märkten feststellen musste, dass sie teilweise seeeehr überteuert verkauft werden (bspw. klein = 20€ / groß = 25€). Und da ich jede Menge Stoffreste habe, bot es sich an, die Tücher einfach selbst zu machen. Bienenwachs hatte ich mir dann auch noch besorgt und kurze Zeit später…. bekam ich von einer Freundin zwei selbstgemachte Tücher zum Geburtstag geschenkt. So kann’s manchmal gehen, gell. 🙂
    Ich wickle darin auch sehr gerne Käse ein. Das klappt prima.
    Aus meinen Stoffresten und dem nun vorrätigen Bienenwachs werden dann irgendwann auch mal Geschenke entstehen. Und würde aus Ermangelung an einer alten Fliese einfach das Backblech unterlegen. Meinst Du, das funktioniert auch?
    Vielen Dank für das Rezept!
    LG
    Natalie
    P.S.: Undine von Undiversell hat eine neue Linkparty. Vielleicht magst Du Deinen Beitrag hier auch verlinken:
    https://undiversell.wordpress.com/2019/01/03/oeko-logisch/

    1. Liebe Natalie, da ist dir deine Freundin ja dann zuvorgekommen, was natürlich auch schön ist! Wenn du das mit den Wachstüchern trotzdem mal ausprobieren willst, kannst du sie ja dann verschenken:)
      Ich denke, dass ein Backblech auch funktioniert. Zur besseren Handhabung würde ich es einfach umdrehen. Auf dem Bügelbrett würde ich es eher nicht machen, da die Wachsflecken schwer rausgehen. Beim Backblech wäre das ja kein Problem, kann man gut abkratzen.
      Danke für den Tipp mit der Linkparty. Ich wollte meinen Beitrag verlinken, aber es kam so ein Frosch in der Warteschleife… Vielleicht hab ich was falsch gemacht. Auf jeden Fall finde ich das Konzept super!
      Liebe Grüße,
      Amely

  3. Danke,
    ich suche immer wieder nach einer guten Anleitung, in der auch Öl verwendet wird. Ich habe nur Bienenwachs genommen, was ein bisschen starr wird.
    Nun werde ich Deine Methode ausprobieren.

    Liebe Grüße von Helga

    1. Hallo Helga, so habe ich es am Anfang auch gemacht. Es geht schon, aber wenn man die Tücher knickt, löst sich das Wachs in der Falte leicht auf. So haftet es viel besser.
      Bin gespannt, wie es bei dir klappt.
      Liebe Grüße,
      Amely

    1. Hallo Nina, ja, manchmal bin ich ein bisschen egoistisch und behalte die schönsten Dinge für mich:)
      Ich habe das mit dem Gummizug noch nicht probiert. Aber bestimmt könnte man ein leicht gespanntes Gummi mit Zickzackstich am Rand unten festnähen. Einnähen könnte etwas moppelig sein.
      Man braucht aber nicht unbedingt einen Gummi, da die Tücher durch die Handwärme auch ganz gut formbar sind und haften.
      Liebe Grüße,
      Amely

  4. deine tücher sehen besonders hübsch aus durch die schönen stoffdrucke!
    das ist auf jeden fall eine prima idee – allerdings brauche ich selbst sowas wie frischhaltefolie oder eben wachstüchlein höchstens einmal im jahr – schüsseln decke ich mit tellern oder topfdeckeln ab, die auflaufform bleibt im rohr stehen, für brot hab ich einen keramiktopf mit holzdeckel und für die mitnehmer (pausenbrote) gibts ne brotbüchse……. 😀

    1. Hallo Bahnwärterin, freut mich, dass dir die verschiedenen Stoffe gefallen! So haben auch Stoffreste mal einen großen Auftritt:)
      Mir geht’s wie dir. Ich komme auch ohne Frischhaltefolie aus, schon seit ich mich erinnern kann. Aber es gibt doch viele Leute, die alles gleich abdecken, und die freuen sich bestimmt über eine Alternative. Die Tücher gefallen mir doch so gut, dass ich sie nicht verschenke. Ich werde mal Käse darin einwickeln lassen, dann muss ich nicht immer die Box zum Einkaufen mitschleppen. Und für angeschnittenes Gemüse ist es auch ganz gut…
      Liebe Grüße,
      Amely

  5. Hallo Amely,
    als Laie glaubt man immer ein Imker hätte Wachs übrig, das ist aber bei einem Hobby-Imker nicht so, derzeit braucht er alles Wachs um neue Waben zu gießen in denen die Bienen den Honig einlagern, nichts desto trotz werde ich wohl ein wenig Wachs bekommen.
    Über Deinen Kommentar zu meinem immerwährenden Weihnachtsbaum habe ich mich gefreut, ihn nach dem Lesen jedoch versehentlich gelöscht, da er als Spam gekennzeichnet war. “Nur ein Schreiner kann… ” war ein Werbespruch in den 80iger Jahren mit dem für das Handwerk geworben wurde.

    1. Hallo Margot, ja, da hat man als Außenstehender wohl einen falschen Eindruck von der Imkerei. Mein Großonkel war auch leidenschaftlicher Hobbyimker, und ich erinnere mich auch nicht daran, dass er Wachs übrig hatte… Aber für die Tücher brauchst du nicht viel, und das bekommst du ja bestimmt.
      Liebe Grüße!
      Amely

  6. Liebe Amely,
    gerade letzte Woche konnte ich wieder feststellen, wie teuer diese Wachstücher (im Unverpacktladen) angeboten werden; da bekommt man ja Schnappatmung!!
    Aus diesem Grund hab ich mir im Weihnachtsresteverkauf die Bienenwachskerzen unter den Nagel gerissen und Dank Natalie hab ich jetzt auch Stoffreste bis in alle Ewigkeit. Somit steht dem Selbermachen wirklich nichts mehr im Wege! 😉
    Schön, dass du dich da schon bis zur perfekten Rezeptur durchgewurstelt hast, und uns daran teilhaben lässt. So kann man die anfänglichen Fehler wohl überspringen!?
    Vielen Dank für die tolle Idee, und wie immer den imaginären Anschubser (in Fachkreisen auch “Tritt in den Hintern” genannt, *lach*)
    Vielen liebe Grüße

    Jeanne

    1. Liebe Jeanne, ja, ich verstehe auch nicht, warum die so teuer sind. So viel ist ja eigentlich nicht dran, oder? Selbermachen ist da wirklich die bessere Alternative.
      Am Anfang hab ich nur Bienenwachs genommen. Dann wird es ziemlich steif, lässt sich aber mit Handwärme gut formen. Der Nachteil ist nur, dass beim Knicken die Imprägnierung leicht angekratzt wird. Mit dem Kokosöl passiert das nicht.
      Außerdem habe ich am Anfang immer jedes Tuch eingestrichen. Dadurch hatte ich viel zu viel Wachs, was sich nicht mehr verteilt hat. Mit der neuen Technik klappt es besser:)
      Wünsche dir viel Spaß beim Selbermachen!
      Ganz liebe Grüße,
      Amely

  7. Klasse, Amely! Nachdem ich kürzlich im Unverpackt-Laden 3 dieser Tücher teuer gekauft habe, überlegte ich, wie man die eventuell selber machen könnte. Und nun kommst Du mit der Anleitung um die Ecke! Hab’s mir gleich gepinnt, danke schön.
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Hallo Karen, freut mich sehr, dass du mit der Anleitung etwas anfangen kannst! Der Preis im Unverpackt-Laden hat mich auch abgeschreckt. Es ist wirklich nicht schwer, sie selbst zu machen.
      Liebe Grüße,
      Amely

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