Alles Utopie, oder wie? – Ökosteuer statt Mehrwertsteuer

Ökosteuer, Nachhaltigkeit

Stell dir vor, du musst nie mehr den Müll runtertragen. Warum? Weil es keinen Müll mehr gibt. Stell dir vor, auf den Wiesen brummt, summt, zirpt, flattert und krabbelt es wieder. Warum? Weil die Landwirtschaft sich wieder an der Natur orientiert. Stell dir vor, Kinder müssen nicht mehr hungern. Warum? Weil ihre Eltern einen fairen Arbeitslohn erhalten.

Ist das alles eine Utopie?

Oder gibt es tatsächlich Chancen auf Veränderung?

Der Status quo:

Menschen und deren Vorfahren bevölkern seit Millionen von Jahren diesen Planeten. In nur 200 Jahren jedoch schaffen wir es, durch unseren Konsum die Erde äußerst negativ zu verändern. Das fängt beim CO2 an, das das Klima erwärmt, geht über das Artensterben von zig tausenden Tierarten, und hört nicht erst mit dem Plastikmüll auf, der die Meere überschwemmt. Außerdem basiert unser Konsum häufig auf der Ausbeutung von Menschen, zum Beispiel bei digitalen Geräten, Kleidung, Tee oder Kaffee.

Das alles ist den allermeisten von uns bewusst.

Manche versuchen, so nachhaltig wie möglich zu leben. Doch gegen den Strom zu schwimmen, ist schwer. Wer auf Plastik verzichten möchte, kann in einem herkömmlichen Supermarkt schätzungsweise 80 Prozent der Produkte nicht kaufen. Das frustriert. Oft ist es auch gar nicht leicht, herauszufinden, ob ein Produkt nachhaltig ist oder nicht. Wer zum Beispiel Mikroplastik in Kosmetik vermeiden möchte, muss sich durch zig kleingedruckte Bestandteile durchlesen und braucht dafür ein halbes Chemiestudium. Außerdem sind umweltfreundliche und faire Produkte meist teurer als herkömmliche.

Kann man von einer alleinerziehenden Mutter, die sich und ihre Kinder mit ein paar Minijobs über Wasser hält, erwarten, dass sie in ihrer nicht vorhandenen Freizeit Stoffwindeln mit selbstgebrautem Kastanien-Waschmittel wäscht und ihr nicht vorhandenes Erspartes für faire Mode ausgibt? NEIN!

Nachhaltiger Konsum ist zum Luxus geworden. Ein Privileg, das den Besserverdienenden dieser Gesellschaft zusteht, die das Glück haben, sich nicht in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu befinden und nicht tagtäglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Wie die Reichen sich im Mittelalter Ablass-Scheine gekauft haben, um ihren Platz im Himmel zu sichern, so kaufen sich bei uns die Gutverdiener Bio-Lebensmittel, um ihr Gewissen zu beruhigen.

Aber ist nachhaltiger Konsum wirklich Luxus?

Ausgelagerte Kosten:

Tatsächlich verursachen nicht nachhaltig produzierte Waren immense Kosten. Diese jedoch zahlt weder der Hersteller noch der Käufer, sondern die Allgemeinheit, Menschen in Billiglohnländern oder die zukünftigen Generationen:

Den Müll entsorgen die Kommunen, das durch Pestizide verseuchte Wasser reinigen die Stadtwerke. Antibiotikaresistenzen, die durch Fleisch aus Massentierhaltung entstehen, bekämpfen Mediziner in Krankenhäusern.

Durch den CO2-Ausstoß befeuerte Klimakatastrophen verursachen Schäden, die bestenfalls Versicherungen tragen und schaffen außerdem Fluchtursachen.  Auch ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Billiglohnländern sorgen dafür, dass die Menschen keine Perspektive mehr sehen und aus Verzweiflung nach Europa flüchten.

Alle Umwelt- und Klimaschäden, die nicht mehr rückgängig gemacht werden wie zum Beispiel das Artensterben, gehen auf Kosten der Lebensqualität von unseren Kindern und Kindeskindern.

Nicht nachhaltig produzierte (Billig)produkte sind also ein teurer Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können! Doch solange Unternehmen Kosten, die bei einer umweltschädlichen Produktion entstehen, auf die Allgemeinheit umlegen dürfen, somit günstigere Waren anbieten und einen höheren Gewinn erzielen, wird sich der Konsum nicht ändern.

Es wird Zeit dafür, dass die Politik endlich Unternehmen in Verantwortung nimmt, anstatt den Raubbau an Mensch, Natur und Umwelt weiter zu belohnen!

Das Konzept der Ökosteuer:

Das könnte zum Beispiel über eine Ökosteuer geschehen. Diese Idee schwirrt mir schon seit etwa einem halben Jahr im Kopf herum, aber ich wusste nicht genau, wie die Umsetzung aussehen könnte. Deswegen bin ich sehr froh, dass Lars vom Blog “Natürlich schöner” in seinem Artikel konkrete Vorschläge macht, die ich hier zitiere:

“Anstelle der starren Mehrwertsteuer tritt eine flexible Ökosteuer, deren Steuersatz beispielsweise von 0-200 Prozent reichen könnte. Je ökologischer bzw. nachhaltiger die Produkte produziert sind, desto geringer ist der Satz, je weniger nachhaltig, desto höher.” Folgende Aspekte werden berücksichtigt, um die Nachhaltigkeit zu klassifizieren: Transportwege (auch während der Produktion), CO2-Ausstoß, Arbeitsbedingungen, Tierschutz, Umweltverträglichkeit, Wiederverwertbarkeit und Verpackung.

“Diese Steuer ist dann in fünf Schritten zu definieren und auf dem Preisschild ähnlich wie beim schon bekannten EU-Energielabel in Klassen (A-D) und Farben (Grün bis Rot) auszuweisen.” So kann der Verbraucher mit einem Blick erkennen, wie nachhaltig das Produkt tatsächlich ist.

Ein Beispiel:

Ich vergleiche exemplarisch drei T-Shirts zu derzeit üblichen Preisen: Eines vom Discounter, ein Marken-Shirts (beide weder fair noch Bio) und ein fair gehandeltes Bio-Shirt. Die Preise setzen sich mit dem jetzigen Mehwertsteuersystem so zusammen:

  • Discounter-Shirt: 3 E (2,43 E + 0,57 E MWSt)
  • Marken-Shirt: 20 E (16,20 E + 3,80 E MWSt)
  • faires Shirt: 25 E (21,25 E + 4,75 E MWSt)

Rechnet man nun mit einer Ökosteuer von 200 Prozent (Discounter-Shirt und Marken-Shirt) versus 0 Prozent (faires Shirt), so ergeben sich folgende Verkaufspreise:

  • Discounter-Shirt: (2,43 E + 4,86 E) = 7,29 E
  • Marken-Shirt: (16,20 E + 32,40 E) = 48,60 E
  • faires Shirt: (21,25 E + 0 E) = 21,25 E

Der Discounter, der auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt produziert, und diese Ersparnis an den Käufer weitergibt, muss nun eine höhere Steuer zahlen. Auch der Marken-Produzent, welcher auch auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt produziert, die Ersparnis aber nicht an die Käufer weitergibt, zahlt deutlich höhere Steuern. Bei beiden wirkt sich eine deutliche Kennzeichnung negativ auf das Image aus, was besonders beim Marken-Shirt ins Gewicht fällt. Der letzte Produzent, der höhere Lohnkosten und Ausgaben für Bio-Baumwolle hat, wird steuerlich entlastet und damit wettbewerbsfähig.

Die Folgen für die Wirtschaft:

Besonders gravierend wären die Folgen für Hersteller, die Produkte teuer verkaufen, aber nicht nachhaltig und fair produzieren. Sie würden aber schnell versuchen, ihre Produktion umweltfreundlicher und fairer zu gestalten, um dadurch Steuern zu sparen und für den Kunden attraktiver zu bleiben. Manche Maßnahmen lassen sich auch ohne zusätzliche Kosten umsetzen: Beispielsweise kann man Mogelpackungen, die den Verbraucher mit einer Menge an überflüssiger Verpackung täuschen, einfach weglassen.

Um ihren Profit zu maximieren, hätten größere Konzerne neben der Marketingabteilung eine eigene Forschungsabteilung, die nach umweltfreundlichen Materialien, Herstellungsprozessen und Verpackungen forscht. Sie würden zum Beispiel Wege suchen, um  aus Algen oder auch aus Abwasser einen Plastik-Ersatzstoff zu gewinnen.

Allerdings gäbe es Betriebe, die kaum Überlebenschancen hätten, zum Beispiel solche, die Kaffee-Kapseln aus Aluminium oder Plastiktüten herstellen. Damit keine Arbeitsplätze verloren gehen, könnte man eine Umorientierung in Richtung Recycling-Branche nach dem Vorbild von Ruanda fördern.

Durch die Einteilung in verschiedene Nachhaltigkeits-Stufen hätten Betriebe einen deutlich höheren bürokratischen Aufwand. Man könnte aber Produkte zu Produktgruppen zusammenfassen und diese dann mit einer eigens entwickelten App bewerten.

Die Steuer wird in dem Land erhoben, in dem das Produkt verkauft wird, und nicht in dem Land, in dem es produziert wird. Deswegen wäre es nicht möglich, den Firmensitz ins Ausland zu verlegen, um Steuern zu sparen.

Manche Konzerne würden ihre Fertigung vielleicht auch wieder nach Deutschland verlegen, da sich die Auslagerung in Billiglohnländern nicht mehr lohnt, und dadurch weitere Stellen schaffen. Durch die Förderung von regionalen Produkten und kurzen Transportwegen hätten heimische Betriebe einen Standortvorteil.

Die Folgen für die Landwirtschaft:

Viele Agrarbetriebe haben sich auf rentable Monokulturen spezialisiert, in denen die Pflanzen mit Pestiziden und Insektiziden behandelt werden. Mit dramatischen Folgen: Die Böden sind ausgelaugt, das Grundwasser ist verschmutzt und viele Tiere haben ihren Lebensraum und ihre Nahrungsquellen verloren. Dass Insektengift Insekten vergiftet, liegt irgendwie auf der Hand. Dennoch wundern sich unsere Politiker darüber, wie wir in nur zwanzig Jahren 76 Prozent der Insekten verloren haben, anstatt Neonikotinoide und Glyphosat einfach zu verbieten. Monsanto und Co könnten sich ja auf den Schlips getreten fühlen.

Aber für ein intaktes Ökosystem und für die Bestäubung unserer Ackerpflanzen brauchen wir dringend Insekten, besonders die Bienen!

Mit der neuen Steuer würden die Bauern schon aus eigenem Interesse so wenig Pestizide und Insektizide wie möglich spritzen, und die Insektenpopulation könnte sich erholen.

Aber können wir auf die Weise so viele Menschen überhaupt ernähren?

Bisher müssen Bauern Teile ihrer Ernte vernichten, da sie nicht irgendwelchen EU-Normen entsprechen. Supermärkte entsorgen Tonnen von Lebensmitteln, da sie lange Transportwege nicht überstanden haben. Traditionelles Saatgut, das auch ohne Pestizide auskommt, wird zum Teil nicht zugelassen. Müssen die Bauern den Apfelbaum mangels Bienen irgendwann von Hand bestäuben, so wird das auch nicht gerade billig. Es gibt also durchaus Chancen, die Prozesse zu optimieren. Außerdem könnte die Forschung Möglichkeiten einer ertragreichen und ökologischen Landwirtschaft entdecken.

Die Folgen für den Staat:

“Das Interessante an der ganzen Idee: Das Steueraufkommen für das Land würden sich zunächst deutlich erhöhen, denn die Masse der aktuell in Deutschland verkauften Produkte ist zum jetzigen Zeitpunkt werde nachhaltig noch ökologisch, sondern ausschließlich auf günstigen Konsum ausgelegt. Wenn alle diese Produkte, die die Masse der Konsumgüter ausmachen, durch eine Ökosteuer teurer werden, so steigen die Einnahmen für den Staat.” Mit diesen zusätzlichen Einnahmen könnte man zum Beispiel den Harz-4-Regelsatz erhöhen, den Steuersatz für Geringverdiener senken oder ökologische Projekte wie zum Beispiel den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fördern.

Langfristig würden die Steuereinnahmen vermutlich wieder angleichen, da die Firmen ihre Produktionsweisen nachhaltiger gestalten würden.

Die Folgen für den Verbraucher:

Problematisch für den Verbraucher ist, dass die meisten Produkte erstmal deutlich teurer wären. Besonders ärmere Menschen, die auf günstige Produkte angewiesen sind, wären deutlich benachteiligt. Um ein angemessenes Leben zu ermöglichen, müsste erstens der Mindestlohn entsprechend erhöht werden und zweitens durch die gestiegenen Steuereinnahmen der Harz-4-Satz angehoben werden.

Aber auch Besserverdiener müssten ihr Konsumverhalten ändern. Heute ist es hip und billig, übers Wochendende nach Lissabon zu fliegen, das neueste Handy zu kaufen, argentinisches Rindersteak zu essen, und den Kleiderschrank monatlich der schnelllebigen Mode anzupassen. Das alles wäre mit dem neuen System nicht mehr im bisherigen Ausmaß erschwinglich.

Gibt es ein Grundrecht auf diese Art von Konsum?

Ich sage Nein! Denn dieser Konsum ist nicht vereinbar mit unseren wahren Grundrechten: Dem Recht auf sauberes Wasser, eine intakte Natur, saubere Luft und fair bezahlte Arbeit.

Die Folgen für Schwellenländer:

Ein Großteil der industriellen Produktionen wurden in sogenannte Billiglohnländer wie Bangladesh, Indien oder Nigeria ausgelagert. Unternehmen sparen Lohnkosten, indem sie Arbeiter zu menschenunwürdigen Bedingungen für einen Hungerlohn schuften lassen. Auch die Umweltverschmutzung, die bei einer nicht nachhaltigen Produktionsweise entsteht, wird in diese Länder ausgelagert.

Profiteure dieser Mechanismen sind sowohl Unternehmen, die auf diese Weise den Profit maximieren, als auch wir Konsumenten, da wir mehr Waren zu günstigen Preisen kaufen können.

Es wird Zeit, dass wir die wahren Kosten dieses Konsums zahlen und dadurch den Menschen eine Chance auf eine materielle Grundsicherung, Bildung und einen intakten Lebensraum geben.

Mein Fazit:

Umweltschutz und Menschenrechte sollten bei politischen und wirtschafltichen Überlegungen vor Profitinteressen und Wirtschaftswachstum stehen. Das gelingt aber bisher nur in wenigen Ausnahmefällen, da das jetzige Steuersystem den Raubbau an Natur und Menschen belohnt.

Wenn nicht aus Überzeugung, dann sollten wir aus Eigeninteresse und Kostengründen wieder dazu übergehen, verantwortungsvoll mit Natur und Menschen umzugehen. Denn jeder Raubbau schlägt wieder auf uns zurück.

Eine Ökosteuer könnte auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene eine positive Kettenreaktion in Gang setzen.

Natürlich wäre es ein sehr großer Eingriff in unser jetziges System, dessen Folgen schwer einzuschätzen sind. Wir bräuchten Ökonomen, Politiker, Steuerrechtler und Journalisten, die diesen Vorschlag verbessern oder Alternativen dazu entwickeln.

In jedem Fall weiß ich eines: So wie jetzt kann es nicht weitergehen! Denn momentan steuern wir in puncto Ökologie und Klimaschutz mit Vollgas gegen die Wand. Aber wir haben das (die) Steuer(n) in der Hand! Lasst uns einen Richtungswechsel einleiten, bevor Subventionsschutzgesetze in Freihandelsabkommen ein Umsteuern unmöglich machen.

Deswegen: Weg mit der Mehrwertsteuer, her mit der Ökosteuer! Sie bietet einen echten Mehrwert. Für die Natur. Für das Klima. Für uns und unsere Kinder. Das sollten wir uns wert sein!

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Du bis hier durchgehalten hast, dann sage ich: Herzlichen Glückwunsch! Du hast zwar keinen Preis gewonnen, aber vielleicht ein paar Erkenntnisse und Ideen. Was hältst du von diesem Konzept? Ist das nur eine Utopie? Siehst du andere Lösungsmöglichkeiten? Über deinen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Falls dir die Idee einer Ökosteuer zusagt, kannst du den Beitrag gern per Mail oder Facebook verbreiten.

Viele Grüße und vielen Dank fürs Lesen!

Amely

Links zum Thema:

  • “Mehrwertsteuer abschaffen, Ökosteuer einführen” (Lars vom Blog “Natürlich schöner”): In diesem lesenswerten Artikel zeigt Lars auf, wie eine Ökosteuer umgesetzt werden könnte und welche Folgen sie hätte. Ich habe mich in meinem Beitrag sehr oft auf diesen Text bezogen und ihn zitiert, da mir seine Ideen sehr gut umsetzbar schienen. Er behandelt auch Aspekte, die ich weglassen musste, wie zum Beispiel die Frage nach der Bürokratie für Unternehmen und vieles mehr.
  • Podcast: “Leben auf Kosten anderer: Die Struktur der Externalisierungs-gesellschaft” (SWR2 Aula): Stephan Lessenich zeigt hier auf, welche schädlichen Auswirkungen die Auslagerung von umweltverschmutzenden Industriezweigen in Entwicklungsländer hat. Ein konkreter Lösungsansatz fehlt aber.
  • Podcast: “Plastik Ade: Keine Tüten in Ruanda” (SWR2 Impuls)
  • Cradle to CradleKonzept: Ist die Idee, Müll komplett zu vermeiden, indem man den Konsum in Kreisläufen organisiert.

Verlinkt: Creadienstag; Handmade on Tuesday; Dienstagsdinge; einab; Mittwochs mag ich; Rums; Freutag;

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6 Comments

  1. Hallo Amely,
    danke für diesen super Beitrag. Du hast noch andere Aspekte behandelt, die ich leider weglassen musste, da der Beitrag sonst noch länger geworden wäre und ich daher bewusst fokussiert das reine Thema behandeln habe. Je mehr Menschen wir mit solchen Beiträgen erreichen und zum Nachdenken anregen, um so besser.
    LG
    Lars

    1. Hallo Lars,
      Denke für deinen Kommentar. Ja, das Thema ist ziemlich komplex, und wenn man nur einen Teil der möglichen Auswirkungen darstellen will, muss man schon ziemlich weit ausholen. Ich hoffe, es liest trotzdem der ein oder andere:)
      LG Amely

  2. Die Idee einer Ökosteuer ist ja nicht neu. Es gibt ja einen ganzen Ökonomiezweig, die Umweltökonomie, der sich mit dem Thema schon seit Jahrzehnten befasst. Und bei dem Wahlergebnis wirkt jede Maßnahme in diese Richtung für mich wie Utopie. Leider. Aber ich finde es super, dass du das Thema hier aufgreifst, so viel dazu recherchierst und darüber schreibst. Nur so wächst das Bewusstsein und das macht Leuten vielleicht bewusst dass doch nicht alles so toll läuft in Deutschland. Den Vergleich mit dem Ablassbrief finde ich sehr passend!
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hallo Katharina, danke für deinen Kommentar! Die Idee einer Ökosteuer scheint wohl an mir vorüber gegangen zu sein, denn ich kenne nur den Beitrag, zu dem ich auch verlinkt habe. Würde mich aber sehr für entsprechende Artikel interessieren! Ja, die Wähler und die Politiker scheuen sich vor Veränderungen. Es ist auch schwer, so etwas gegen den Willen großer Konzerne durchzuziehen, die ja doch über genügend Mittel der Einflussnahme verfügen. Allerdings kommen die Veränderungen sowieso in Form von Klimaveränderungen bzw. -Katastrophen und spürbaren Umweltproblemen. Die Frage ist, welche Art von Veränderungen wollen wir? Wenn wir die letztere Art nicht wollen, dann müssen wir mit irgendwelchen Mitteln dagegen steuern…
      Liebe Grüße,
      Amely

  3. In den 80er-Jahren hatte ich die Zeitschrift “natur” abonniert. Ich erinnere mich an wenig aus dieser Zeitschrift – aber an ein auf Umweltpapier gedrucktes Inlay, bestimmt 20 Seiten lang, auf dem ausführlich das Konzept (ich glaube, es war das Komnzept der damals neuen Grünen, aber ich bin nicht sicher) für eine Ökosteuer und den damit verbundenen Umbau der Gesellschaft in Richtung Umweltschutz vorgestellt wurde. Ja, damals hieß das noch Umweltschutz, nicht wie heute Klimaschutz.
    Passiert ist seither – nichts.
    Es ist ein großes Elend, abe die Idee der Ökosteuer ist dadurch nicht schlechter – an Dich ein dickes Danke für das aufgreifen dieser Idee, für junge Leute ist sie ja wirklich, wie für Dich, neu – und vielleicht bekommt sie ja in den nächsten 30 Jahren eine Chance….

    1. Hallo Fjonka, vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass doch ein paar Leser Interesse an dem Beitrag haben! Die Idee ist offensichtlich nicht neu (ich wusste nur nichts davon). Die Grünen hätten ja jetzt Chancen, etwas Innovatives umzusetzen. Aber solche Vorschläge kommen von ihnen gar nicht. Sie meinen, Probleme seien gelöst, wenn jeder ein E-Auto fährt und im Bio-Laden einkauft. Dass sich das viele aber gar nicht leisten können, wird übersehen. Meiner Meinung nach müsste Öko einfach Mainstream sein und nicht Luxus.
      Liebe Grüße,
      Amely

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