Lemongras-Bodybutter

Kosmetik selber machen

Es gibt keinen Fleck auf diesem Planeten mehr, der nicht schon tiefgreifend vom Menschen umgestaltet wurde: Vögel und Fische verheddern sich in Plastikverpackungen, manche Sandstrände bestehen schon zu über vierzig Prozent aus Plastikpartikeln. Selbst ein Pinguin, der irgendwo in der Antarktis fernab von jeglicher Zivilisation vor sich hinpaddelt, hat nachweisbare Reste von Zahnpasta in seinem Gewebe. Die unberührte Natur ist leider nur noch ein Mythos.

Aber muss Körperpflege wirklich immer zu lasten der Umwelt gehen? Nein! Denn viele Produkte können einfach selbst hergestellt werden. OK, ganz so einfach ist es nicht immer, denn ich habe schon ein paar gescheiterte Versuche hinter mir: So habe ich beispielsweise ein Duschbad fabriziert, das ich nur noch als Spülmittel umfunktionieren konnte, eine Zahnpasta, die wie ein Stück Butter schmeckt, und ein Shampoo, das dezent nach Schafstall duftet.

Aber jetzt bin ich auf einen tollen Blog gestoßen, der leider nicht mehr aktiv betrieben wird, aber eine Fülle von einfachen und gut funktionierenden Kosmetik-Rezepten bereitstellt. Hier habe ich auch das Rezept für die Bodybutter gefunden, das sich ohne das ätherische Öl auch als Lippenbalsam eignet.

Ihr braucht nur wenige Zutaten:

  • 30 gr. Bienenwachs (ich habe meines von einer Imkerin aus dem Ort bekommen, es ist aber auch in Bastelläden oder Reformhäusern erhältlich)
  • 140 gr. Kokosfett (z.B. aus dem Bioladen)
  • gegebenenfalls 10 Tropfen ätherisches Öl, ich habe Lemongras genommen (im Originalrezept sind 50 Tropfen angegeben, aber 10 duften schon ziemlich intensiv)

Und so geht’s:

  • Das Bienenwachs zerkleinern.
  • Das Bienenwachs zusammen mit dem Kokosfett im Wasserbad schmelzen. Dabei darauf achten, dass kein Wasser in die Masse gerät.
  • Nun einen kleinen Teil der Masse als Lippenbalsam abfüllen. Wer möchte, kann noch etwas Honig dazu geben.
  • Anschließend das ätherische Öl unterrühren und als Bodybutter in ein Gefäß abfüllen.

Die Bodybutter duftet gut, zieht schnell ein und hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl. Außerdem ist sie zu hundert Prozent biologisch abbaubar und kommt ohne Plastikverpackung aus. Das ist ein enormer Vorteil (selbst gegenüber Naturkosmetik aus dem Handel).

Wie wäre es mit ein paar selbstgemachten Kosmetikprodukten als Weihnachtsgeschenk? Bestimmt findet ihr auf LangsamerLeben die ein oder andere Anregung:)

Liebe Grüße,

Amely

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Verlinkt: Creadienstag; Handmade on Tuesday; Dienstagsdinge; einab; Mittwochs mag ich; Rums; Freutag

 

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12 Kommentare

  1. Cool! Danke für den Link und das Rezept. Praktischerweise habe ich kir am Wochenende Kokosfett gekauft, gab es nämlich bei Rewe. Ich habe also schon die Hälfte der Zutaten da 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Liebe Katharina, das Kokosfett gibt es mittlerweile wirklich fast überall… Deswegen finde ich das Rezept auch für Einsteiger wie mich ganz geeignet, da ich es überhaupt nicht leiden kann, zig komplizierte Zutaten irgendwo zu bestellen, nur um nachher festzustellen, dass es doch nicht klappt. Aber bei dieser Bodybutter kann man echt nicht viel falschmachen:)
      Liebe Grüße!
      Amely

  2. Das klingt richtig lecker 🙂
    Kann ich dafür das 100 Prozent reine Bienenwachs nehmen, dass ich auch zum Kerzenziehen verwende, oder muss es irgendwie ‘speziell für Körperpflege’ gedacht sein?
    Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit, Lena

    1. Hallo Lena, das reine Bienenwachs, das du beschrieben hast, ist genau das richtige! Wenn man das auf die Schnelle nirgends bekommt, kann man auch eine Bienenwachskerze kaufen (auf dem Weihnachtsmarkt oder so) und die zerkleinern, natürlich ohne Docht. Die bestehen nämlich auch meistens aus reinem Bienenwachs.
      Liebe Grüße und dir auch eine schöne Adventszeit!
      Amely

  3. Hallo Amely!

    Finde ich super, dass Du nicht aufgibst und so lange experimentierst, bis Du ein Rezept gefunden hast, mit dem Du gut zurecht kommst.

    Auch ich habe einiges probiert und nicht immer hat alles geklappt. Aber wenn man dran bleibt klappt es irgendwann schon.

    lg
    Maria

    1. Freut mich, dass du etwas damit anfangen kannst! Ich werde in Zukunft auch noch weitere Experimente in Bezug auf Kosmetik wagen. Wenn man einmal damit angefangen hat, ist es schwer, wieder auf die alten Sachen umzusteigen.
      LG Amely

  4. Liebe Amely,
    toller Beitrag!! ich selbst benutze für den Körper fast nur noch Sachen, die man ohne weiteres auch essen könnte….Und ich gebe dir recht: wenn man einmal damit angefangen hat, kann man gar nicht mehr zurück. Die Sachen, die übrigens auf “langsamer leben” stehen, kannst du alle bei “smarticular.net” nachlesen. Ich behaupte mal, das waren die Urheber!! (und hoffe, dass ich mich damit nicht zu sehr aus dem Fenster lehne!)…
    Viele liebe Grüße in die Heimat :))

    Jeanne

    1. Liebe Jeanne, danke für deinen Kommentar! Von Smarticular habe ich auch ein paar Rezepte probiert, aber die sind bei mir nichts geworden. Vielleicht hab ich aber auch irgendwas falsch gemacht… Aber ich denke, so nach und nach werde ich mir eine Sammlung von funktionierenden Rezepten zusammenstellen und dann ist es auch nicht mehr so aufwändig. Von LangsamerLeben habe ich nur das eine probiert, aber so nach dem Überfliegen der anderen hatte ich den Eindruck, dass es recht fundiert ist. Wäre interessant zu wissen, ob die Rezepte von Smarticular kommen… Naja aber Hauptsache sie funktionieren! LG Amely

  5. Jö, vielen Dank für diese Anleitung! Dann hab ich noch eine Kleinigkeit, die ich für Schneckis Pädagoginnen machen kann. Wenn ich dich richtig verstanden hab, kann ich wirklich auch diese Bienenwachsplatten mit dem Wabenmuster verwenden? Die hätt ich sogar noch daheim
    Hast du vielleicht noch einen Tip, womit ich den lipbalsam befugten könnte? Dafür ist das ätherische Öl wahrscheinlich zu scharf, gell?
    Alles Liebe Babsy

    1. Hallo Babsy, ich weiß jetzt nicht genau, welche Bienenwachsplatten du daheim hast. Wenn sie aus reinem Bienenwachs bestehen, kannst du sie nehmen. Das Lippenbalsam kannst du mit Honig oder mit einem lebensmittelechten ätherischen Öl anreichern. Wenn du nichts dazufügst, dann duftet es dezent nach Kokos und Bienenwachs, was auch ganz lecker ist.
      Liebe Grüße,
      Amely

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