Herbstliche Stempel und Impressionen aus der Pfalz

Stempel DIY

Als Pfälzer mit schwäbischem Migrationshintergrund hat man es leicht. Nicht so als Wahl-Badener mit schwäbischen Wurzeln. Da kann es schon mal passieren, dass man auf der Straße von Wildfremden lautstark dazu aufgefordert wird, doch endlich das schwäbische Kennzeichen zu wechseln, da der Anblick einfach nicht zumutbar sei. Oder dass nicht eingeladene Nachbarn auf der eigenen Geburtstagsfeier das Badner-Lied inklusive aller Strophen und Zwischenrufen (“Schwaben raus”) singen.

Doch wer sich ins Pfälzer Exil begibt, stößt auf offene Arme, sogar als Schwabe:) Hat man den Einbürgerungstest (mindestens drei Pfälzer-Schorle hintereinander trinken) erstmal erfolgreich absolviert, dann steht der gelingenden Integration nichts mehr im Weg.

Selbst wer – wie ich –  die Mindespunktzahl im Einbürgerungstest mangels Trinkfestigkeit krachend verfehlt, wird freundlich aufgenommen.

Bin ich mit dem Rad oder zu Fuß in der Pfalz unterwegs, werde ich oft gefragt: “Wo willsch du na, so allee?” (Wo willst du denn so alleine hin?). Vom obligatorischen Schorle über einen selbstgebackenen Zwetschgenkuchen bis zum Rebknorzenspieß wurde mir schon alles Mögliche angeboten – aber auf jeden Fall immer eine große Portion Offenheit und Herzlichkeit.

Ja, in der Pfalz lässt es sich aushalten! Ganz besonders im Herbst, wenn die Weinberge in verschiedenen Rottönen leuchten und die Sonne nochmal fast sommerliche Temperaturen zaubert.

 

Passend dazu habe ich ein paar herbstliche Postkarten mit handgeschnitzten Stempeln bedruckt. Der ein oder andere aufmerksame Leser kennt den Blatt-Stempel und den Parasol vielleicht schon von diesem Beitrag. Neu dazu gekommen ist eine Steinpilzfamilie, die wir dieses Jahr tatsächlich auch in der Natur gefunden haben.

 

Jo alla (übersetzt etwa: Viele Grüße aus der herbstlichen Pfalz!)

Amely

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Verlinkt: Creadienstag; Handmade on Tuesday; Dienstagsdinge

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16 Comments

  1. Ich muss wohl wirklich mal in die Pfalz! Sieht und hört sich wirklich nett an!
    Deine neuen Stempel sind wirklich sehr schön geworden! Da bekomme ich direkt Lust mich auch mal am Stempel machen zu probieren 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Katharina, sag bloß, du lebst in Karlsruhe und warst noch nie in der Pfalz! Das musst du aber unbedingt nachholen! Man kann hier wunderschön wandern, radfahren und sogar Stoffe kaufen!
      Es freut mich, dass dir die Stempel gefallen. Ich habe auch vor, mal ein kleines Tutorial zu schreiben…
      Dein neuestes Kleid ist übrigens auch toll geworden, Kommentar folgt noch:)
      LG Amely

  2. Ha! Ich bin auch Exilschwäbin und lebe in Baden, wurde hier aber vor zig Jahren gut aufgenommen 🙂 Die Pfalz ist meine Ruheoase, und ich gebe dir recht: wunderschön! Ich halte mich sehr gerne dort auf. Deine Stempel sind toll! Auch die Liebe zu Stempelschnitzerei scheint uns glatt zu verbinden 🙂
    LG. Susanne

    1. Hallo Susanne, du hast recht, glücklicherweise bringen die meisten Badener den Schwaben Toleranz oder sogar Akzeptanz entgegen… Aber es ist doch ein ziemlicher Unterschied zur Pfalz. Jetzt muss ich gleich mal auf deinem Blog ein bisschen nach selbstgeschnitzten Stempeln stöbern…
      LG Amely

  3. das sind ja wunderschöne Stempelformen vom Pilzen, eine super Idee .. ach ich bekomme jetzt auch Lust solche Stempel zumachen.
    Ich kenne das auch gehe mal als Schwäbin zu den Nordlichter nah da kann ich dir was erzäheln aber wenn du mal ihr Schnäpse trinkst wie wattwurm spezial das ist schnaps mit einer kleiner Sardine drin und wenn du den trinken kannst bist du dabei vorher gröllen die anständig wenn die dein Gesicht sehen das soll ich trinken. Ich habs getan. Ja und nun bin ich im 5 Jahr auch hier. Ich weiss jetzt wie die Uhr bei denen tickt *zwinker*. Nur Moin sagen und sonst Mund zu dann ist gut sonst bin ich eine Urlauberin immer zu, bei denen wegen meinem Schwabendialekt. Lach… überall das selbe gelle !!!
    Schöne Herbstgrüsse Elke

    1. Hallo Elke, danke für deinen Kommentar! Puh, Schnaps mit Sardinen trinken ist auch eine Herausfoderung! Also für mich wäre das nichts… Ja, nicht überall stößt der schwäbische Dialekt auf Begeisterung:) Woran das wohl liegt? Dabei haben wir doch so schöne Wörter wie “Stäffele”, “Grumbeere”, “Guatsla” und vieles mehr…
      LG Amely

  4. Hohe Kunst, was du uns hier präsentierst! Tolle Bilder und Lesestoff zum Schmunzeln! Ich selbst kann in Sachen Exilschwabe nichts beitragen, da man in der Hauptstadt der Schwaben eher selten derlei Begegnungen hat 😉
    Liebe Grüße und danke für die tollen bildlichen Eindrücke der Pfalz!

    1. Liebe Stephie, danke für dein Kompliment! Ja, ich hab mal gehört, dass sich die Stuttgarter in der Innenstadt mit Stadtplan und Foto tarnen, um als Tourist und nicht als Stuttgarter zu gelten:) Aber ehrlichgesagt finde ich selbst Stuttgart gar nicht so schlecht, im Gegenteil! Man muss halt wissen, wo die schönen Ecken sind. Leuze, Feuersee, Pinguin, Teehaus auf dem Berg (weiß nicht mehr wie es heißt) oder Solitude… Mir fällt da schon so einiges ein:)
      LG Amely

  5. Was für ein schöner Ausflug in den herrlichsten Herbstfarben, in eine Region, in der ich mich gar nicht recht auskenne und wahrscheinlich von einem Fettnäpfchen ins andere treten würde ;-). Lieben Gruß Ghislana (PS: Würdest du in deinen Post bitte noch einen Link auf den Naturdonnerstag setzen?)

    1. Hallo Ghislana, danke für deinen Kommentar! In der Pfalz kann man eigentlich nicht ins Fettnäpfchen treten, ich wüsste zumindest nicht wie…. also einfach genießen:)
      Backlink ist schon gesetzt, sorry, dass ich es vergessen habe. Es ist eine schöne Linksammlung, an der ich in Zukunft gern mal wieder teilnehmen möchte.
      LG Amely

  6. Herrlich deine Herbstimpressionen und zum schmunzeln hast du mich gebracht mit der Konversation über die verschiedenen Dialekte. Ist bei uns nicht anders und so wie man in den Wald ruft tönt es zurück. Erstaunt bin ich über die sehr präzis geschnitzten schönen Stempel.

  7. Liebe Amely,
    bin wie gesagt über deine Gewürzgläser hier gelandet, und musste natürlich sofort weiterstöbern, da ich deinen Blog so toll finde…
    Und jetzt entdecke ich DAS: AHHHH, du wohnst auch noch “in de Palz”!!!
    Ich hab sofort Heimweh bekommen…
    Mein Mann und ich sind 2 Pfälzer, die seit letztem Jahr im bayerischen Exil leben *grins*; erschwerend kommt hinzu, dass wir Vegetarier und (logischerweise) Weintrinker sind- also nix mit Weißwurschd und Bier. Anfangs wurden wir nur milde belächelt, bis zum Straßenfest letzten Jahres- seitdem wird uns viel Respekt entgegengebracht. (Auf unseren Dornfelder und Riesling ist halt Verlass !! 😉
    Und immer wenn wir Heimweh haben, gibt es Dampnuddle mit Grumbeersupp- also praktisch jede Woche….
    Doch morgen geht es wieder übers lange Wochenende nach Hause, juchhu 🙂
    Sorry, dass ich mich so “verbabbelt” hab…was deine Stempel betrifft: du warst nicht zufällig auf einer Waldorfschule??? So etwas filigranes bekommen nämlich meiner Erfahrung nach nur besagte Schüler/innen dieser Einrichtung hin!! (Hab nämlich selbst ein Waldorfkind 🙂
    Viele liebe Grüße oder soll ich sagen: “Alla hopp!”?

    Jeanne

    1. Liebe Jeanne, das ist ja lustig, dass du aus der Pfalz kommst! Ich kann nur sagen, ich liebe die Pfalz! Der Pfälzer Wald, die Rheinebene, die Menschen…. Ich will hier nicht mehr weg! Auf deinem Blog habe ich eben auch etwas gestöbert und Gemeinsamkeiten entdeckt! Besonders gefällt mir, dass du viele Ideen für einen nachhaltigen Lebensstil vorstellst. Das ist ein Thema, das mich momentan auch sehr beschäftigt und das ich vertiefen will. Mit selbstgemachter Kosmetik und Putzmitteln hatte ich bisher kein Erfolg, aber ich experimentiere weiter! Und werde dabei bestimmt das ein oder andere Rezept aus deiner Alchimistenküche ausprobieren:)
      Auf der Walddorfschule war ich nicht, aber meine Eltern waren schon etwas Waldorf-affin… Habe einfach manchmal Lust auf filigrane und zeitintensive Arbeiten… Slow DIY sozusagen:)
      Ich freue mich natürlich sehr, wenn du hin und wieder hier vorbeischaust:)
      Liebe Grüße bzw Jo alla – alla hopp und scheene Däg in de Palz (sorry mein Pfälzisch ist noch ausbaufähig)
      Amely

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