Nein zu Plastic Planet!

Während alle anderen Kinder mit bunten Plastikeimerchen und Plastikschäufelchen im Sandkasten spielten, war ich mit ökologisch korrekten Holzsspielsachen ausgerüstet. Das fand ich allerdings gar nicht gut, denn ich hätte auch gern einen knallgrünen oder neongelben Plastikeimer gehabt. Aber da half alles Jammern nichts…. Damals ärgerte ich mich darüber, dass ich nicht das bekam, was alle Kinder hatten. Aber heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie uns von kleinauf einen achtsamen Umgang mit der Natur und der Umwelt vorgelebt und beigebracht haben.

Kroatien 2014
Kroatien 2014

Es ist unbestritten, dass der enorme Verbrauch von Plastikartikeln und Plastikverpackungen die Umwelt belastet. Ein Großteil des Plastikmülls wird nicht recycelt, sondern über die Flüsse in die Weltmeere gespült. Dort wird er von Tieren aufgenommen und setzt in ihren Mägen giftige Substanzen frei, die letztlich wieder auf unseren Tellern landen. Deswegen habe ich einige Tipps zusammengestellt, die zeigen, wie du Plastikmüll reduzieren kannst.

1. Stofftasche statt Plastiktüte
Das ist die einfachste Möglichkeit, um den Plastikmüll zu reduzieren. Ich versuche, an strategisch wichtigen Punkten (Handtasche, Arbeitstasche, Auto, Fahrradkorb) Stofftaschen zu platzieren und habe deswegen meist eine dabei, auch wenn ich mal spontan etwas einkaufen will. Sollte ich sie doch vergessen haben, so entscheide ich mich für eine Papiertüte. Wenn doch Plastiktüten in unserem Haushalt auftauchen, so verwenden wir sie mehrmals zum Einkaufen und schließlich als Mülltüte.

2. Leitungswasser statt Wasser in Plastikflaschen
Unser Leitungswasser hat eine gute Qualität und wird regelmäßig kontrolliert. Deswegen kann es bedenkenlos getrunken werden. Wird es mit einem Soda-Sprudler mit Kohlensäure versehen, unterscheidet es sich geschmacklich in meinen Augen kaum vom abgepackten Mineralwasser in Flaschen. Die wegfallenden Transportkosten schonen die Umwelt, und auch du musst weniger schleppen! Solltest du doch lieber Mineralwasser trinken, so empfehle ich Wasserflaschen anstelle von PET- Flaschen zu wählen, da Weichmacher und andere gesundheitsschädliche Stoffe in das Wasser übergehen können.

3. Coffee to go: eigener Becher statt Pappbecher
Auch wenn die Becher aus Pappe sind, so müssen sie doch mit Kunststoff imprägniert werden, um die Flüssigkeit zu halten. Deswegen nutze ich einen Thermo-Becher und fülle mir meinen Tee daheim ab. Das ist natürlich auch nicht immer möglich. Aber überlege doch, ob du dir nicht eine richtige Pause gönnen willst und den Kaffee vor Ort trinken möchtest.

4. unverpacktes Gemüse kaufen
Ich kaufe grundsätzlich nur Gemüse, das sich nicht in einer Plastikverpackung befindet. Wenn es zum Einpacken und Abwiegen nur die dünnen Plastiktüten und keine Papiertüten gibt, so lege ich das Gemüse lose in den Korb und klebe die Etiketten direkt darauf oder auf einen Zettel.

5. Lebensmittel möglichst im Rohzustand kaufen
Je stärker Lebensmittel verarbeitet werden, desto mehr Müll fällt üblicherweise an. Kauft man eine Fertigpizza, so ist diese in Plastik eingeschweißt, während die einzelnen Zutaten wie Mehl, Hefe, Salz, Tomaten, Käse usw. im Normalfall ohne Verpackung oder in Papierverpackungen erhältlich sind. Außerdem sind auch hier die Transportwege geringer, da die Verarbeitung nicht in andere Länder ausgelagert wird. Natürlich fehlt oft die Zeit, um eine Pizza selbst zu backen. Hin und wieder kaufe ich auch abgepackte Fertigprodukte wie Spätzle, Tortellini oder Gnocchi. Ich bemühe mich aber darum, das nicht zur Regel werden zu lassen.

6. Gratisproben ablehnen
Oft erhalte ich in Apotheken oder Drogerien Gratisprodukte, die ich eigentlich gar nicht brauchen kann. Anschließend ärgere ich mich darüber, dass ich nicht schnell genug war, Nein zu sagen. Denn die Kaba-Probe trinkt bei uns keiner, die getönte Tagescreme brauche ich nicht und eine heiße Zitrone trinke ich lieber frisch gepresst als aus der Packung. Deswegen habe ich mir vorgenommen, in Zukunft diese Kleinigkeiten einfach abzulehnen.

7. Seife am Stück statt Flüssigseife
Seifen am Stück sind ganz ohne Verpackung zu haben und sehen auf einer geeigneten Unterlage noch dazu ansprechend aus!

8. Waschpulver statt Flüssigwaschmittel
Das gleiche gilt auch für das Waschpulver.

9. Gegenstände lange nutzen
Manchmal lässt sich Plastik nicht vermeiden. Lampen, Küchengeräte oder digitale Geräte wie Foto, Computer und Handy kommen eben nicht ohne Plastik aus. Ich persönlich versuche, diese Geräte nur anzuschaffen, wenn ich sie auch unbedingt brauche. So fällt es mir zum Beispiel nicht schwer, auf einen Popcornmaker, eine Brotbackmaschine und einen Sandwichtoaster zu verzichten. Aber auch eine Kaffeemaschine und eine Küchenmaschine besitzen wir nicht, wobei ich letzteres schon hin und wieder vermisse und vielleicht mal anschaffen will. Habe ich mich für die Anschaffung entschieden, so nutze ich sie auch so lange wie möglich, oft bis zum tatsächlichen Exitus.

Malaysia 2015
Malaysia 2015

Kosmetikartikel und Putzmittel?
Noch keine Lösung habe ich für Shampoo, Duschgel, Tagescreme, Badreiniger und Co gefunden. Ich weiß, dass man vieles auch selbst herstellen kann, aber ich meine oder bilde mir zumindest ein, dass mir dafür die Zeit fehlt. Ich kann auch nicht ständig auf Efeu-Suche für das nächste Efeu- Spülmittel gehen. Aber es ärgert mich schon, dass bei uns hier so viel Verpackungsmüll anfällt. Habt ihr einen Tipp für mich? Oder richtig tolle Rezepte, um Kosmetikartikel und Putzmittel selbst zu machen? Dann wage ich mich vielleicht doch mal an die Herstellung.

Malaysia 2015
Malaysia 2015

Über eure Ideen würde ich mich sehr freuen!

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