Meine Fotoausrüstung

Gern würde ich mit folgender Einleitung beginnen:

„In vielen Kommentaren werde ich immer wieder nach meiner Fotoausrüstung gefragt. Um eure Fragen nicht alle einzeln beantworten zu müssen, habe ich mir überlegt, dem Thema einen ausführlichen Post zu widmen.“

Das entspricht aber leider nicht den Tatsachen, da bisher erst vier Leser einen Artikel kommentiert haben und keiner davon nach der Fotoausrüstung gefragt hat. (Abgesehen davon beantworte ich gern jeden Kommentar einzeln, weil ich mich wirklich über jede Rückmeldung freue!)

Also muss ich mir wohl eine andere Einleitung überlegen. Dann probiere ich es mal so:

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Wir stehen auf der Dachterrasse des Marina Bay Hotels und genießen die spektakuläre Aussicht über Singapur. Nicht nur die Aussicht ist spektakulär, sondern auch die Tatsache, dass sich auf einem der höchsten und zugleich teuersten Gebäude weltweit ein sogenannter Infinity Pool befindet, den natürlich nur Hotelgäste nutzen dürfen, also wir nicht. Das Hotel liegt definitiv nicht in unserer Anspruchs- und Preisklasse, aber einen Cocktail in der Hotelbar können wir uns schon leisten. Als pflichtbewusste Touristen wollen wir natürlich noch ein obligatorisches Gruppen-Selfie von uns haben, und zu diesem Zweck drücke ich einem Australier?/Amerikaner? meine Digitalkamera in die Hand mit der Bitte, ein Foto von uns zu schießen. Woraufhin besagter Amerikaner?/Australier? in einen unkontrollierten Lachanfall ausbricht. Erstmal frage ich mich, ob mein eingerostetes Schulenglisch mittlerweile unverständlich geworden ist, doch das ist offensichtlich nicht der Fall. Dann schaue ich selbstkritisch an mir herunter und überlege, ob mein Outfit, das ich für solche Zwecke extra in meinen Rucksack gepackt habe, doch underdressed ist. Nachfragen werden jedoch nur mir unartikuliertem Prusten und Japsen beantwortet. Schließlich bringt er zwischen mehreren Lachsalven hervor: „That’s your Camera? Really? You don’t have an iPhone? Really? So where do you come from??? Wow, that’s really old style… That’s Germany!“, und starrt die Kamera fasziniert an wie ein Archäologe einen prähistorischen Dinosauerierknochen.

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Den Anblick meines Handys habe ich ihm dann erspart, sonst wäre er womöglich vor Entsetzen über das Geländer gesprungen, und das kann bei 55 Stockwerken unerfreulich enden.

Ich selbst finde meine Kamera eigentlich recht fortschrittlich, zumindest fortschrittlicher als mein Handy. (Ich will nur so viel dazu sagen: Es telefoniert!) Immerhin ist sie erst zehn Jahre alt und meine zweite eigene Kamera, also die erste Digitalkamera. Besonders teuer war sie zwar nicht, aber dennoch hat sie alle für mich relevanten Funktionen und bisher auch schon einige gute Bilder gemacht.

Wenn ich mit der Qualität meiner Blogfotos nicht zufrieden bin, liegt das weniger an der Kamera als daran, dass ich keine Erfahrung mit Innenraumfotos habe. Bei uns scheint nur selten die Sonne direkt in die Zimmer, und wenn, dann ergibt sich ein starker Schlagschatten, den ich mangels transparenter Gardinen auch bisher nicht abfangen kann. Auch meine Auswahl an Fotohintergründen beschränkt sich bisher im Wesentlichen auf eine naturfarbene Leinentischdecke, die meine Mutter mit österlichen Motiven wirklich wunderschön bestickt hat. Allerdings passen diese natürlich nicht immer zum Thema des jeweiligen Blogposts, weswegen ich die Tischdecke oft falten oder knuddeln muss, um diverse Küken, Hähne und Eier zu verdecken.

Bevor ich eine neue Kamera kaufe, werde ich erstmal in eine Gardine und verschiedene Fotohintergründe (Tapete, Holz und Stoff) investieren.

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Ich fotografiere gerne, aber ich muss dazu in der passenden Stimmung sein. Es gibt Reisen, auf denen meine Kamera wochenlang unbenutzt in den Tiefen meines Rucksacks schlummert und andere Reisen, auf denen ich sie gar nicht mehr aus der Hand lege. So ähnlich ist es auch beim Fotografieren für den Blog. Bin ich nicht in der geeigneten Laune, so ist von 40 Fotos kein einziges gut geworden und ich kann es gleich lassen. Leider decken sich meine Fotophasen nicht unbedingt mit den günstigen Lichtverhältnissen, was das Ganze etwas erschwert. Wie und wann ich im Winter Bilder machen soll, kann ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen. Vielleicht brauche ich dann doch mal eine Tageslichtlampe. Habt ihr damit schon Erfahrungen gemacht? Wie sieht eure Fotoausrüstung aus? Sind eure Bilder auch abhängig von eurer Stimmung oder könnt ihr immer gute Fotos machen?

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