Schlichte Weihnachtssterne

Modelliermasse Sterne

Dass ich eigentlich nicht so der Deko-Typ bin, hatte ich ja hier schon beschrieben. Bei Weihnachtsdeko mache aber selbst ich eine Ausnahme – zum Leidwesen meiner Mitmenschen, die die Dekoration dann nicht nur bis Januar, sondern oft ein paar Monate länger ertragen müssen.

Vor ein paar Jahren hängte ich pünktlich an Heilig Abend (keinen Tag früher) einen roten (nicht besonders schönen) Leuchtstern ans Fenster. Dort tat er dann über Weihnachten und im Januar brav seine Dienste, bis mein Freund im Februar fragte: “Willst du den Stern nicht mal abhängen?” Ich darauf: “Wieso, er passt doch noch gut und macht so ein schönes, stimmungsvolles Licht.”

Im März antwortete ich auf seine Frage: “Jetzt will ich ihn noch nicht abhängen, ich habe ihn doch gerade erst aufgehängt.” Im April: “Jetzt passt der Stern aber so schön zu den roten Tulpen draußen vorm Fenster.” Im Mai: “Ich finde den Stern eigentlich ganz praktisch gegen die Sonneneinstrahlung, dann muss man nicht dauernd die Jalousie runter machen.” Im Juni: “Jetzt brauchen wir den Stern doch erst recht als Sonnenschutz.” Im Juli: “Ach, das lohnt sich doch gar nicht mehr den Stern abzuhängen, in ein paar Monaten ist doch schon wieder Weihnachten.”

Deswegen wollte ich eigentlich eine Art selbstzersetzende, rückstandsfrei abbaubare Weihnachtsdeko entwickeln:) Das ist zwar nicht ganz gelungen (ich arbeite noch daran:)), aber diese Sterne aus Modelliermasse sind so schlicht und zeitlos, dass sie auch noch nach Weihnachten eine gute Figur machen.

Für alle, die auf die Schnelle noch eine dezente Weihnachtsdeko brauchen, gibt es hier die Anleitung:

Du brauchst:

  • lufttrocknende weiße Modelliermasse
  • einen glatten und sauberen Untergrund
  • eventuell zwei Kanthölzer
  • ein Wellholz oder eine Flasche
  • Keksausstecher in Sternform
  • eine Stricknadel o.ä. für die Löcher

Und so geht’s:

  • Forme die Modelliermasse mit dem Wellholz zu einer etwa 3-5 mm dicken Platte aus. Besonders gleichmäßig wird es, wenn du rechts und links zwei Kanthölzer in dieser Stärke auslegst.
  • Steche nun mit dem Ausstecher Sterne aus.
  • Löse sie vom Untergrund, steche mit der Stricknadel ein Loch für die Aufhängung auf und lasse sie auf einem glatten Untergrund einen Tag lang trocknen.
  • Nun kannst du die Anhänger mit einem Baumwollfaden an einen Zweig hängen.

Übrigens habe ich im August ich den Stern dann tatsächlich doch noch abgehängt. Der Grund war aber nicht etwa, dass ein roter Leuchtstern am Fenster im August irgendwie unpassend ist, sondern dass wir umgezogen sind:)

Viel Freude mit der schlichten Weihnachtsdeko wünscht dir

Amely

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12 Kommentare

    1. Liebe Simone, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat! Und vielen Dank für das Bereitstellen der Linkparty. Obwohl ich auch selbst nähe, finde ich es doch auch schön, hin und wieder mal nicht-genähte Sachen zu sehen und von daher ist es auch ein gutes Motto.
      Liebe Grüße,
      Amely

  1. Liebe Amely,

    bei Deiner Geschichte musste ich lachen!
    Meine Kinder haben im Januar mal einen Schneemann aus Tonkarton mitgebracht, der im Fenster einen neuen Platz gefunden hatte (in der Schule musste er für die Faschingsdeko weichen).
    Im Februar passte er so gut zu den Schneeglöckchen. Im März war es nochmal richtig kalt, im April hatte ich ihn vergessen, im Mai war es heiß und ich ließ ihn als mentale Abkühlung hängen.
    Letztendlich hing der Gute mehr als ein Jahr da. Ich musste nur im Herbst das Gesicht nachzeichnen, da die Sonne es ausgeblichen hatte.

    Die Kinder erinnern sich noch heute dran: “Wisst ihr noch der Sommerschneemann?“
    Manches muss einfach so sein…

    Liebe Grüße und danke für die tolle Sternenidee.
    Tanja

    1. Liebe Tanja, vielen Dank für deinen Kommentar und deine Geschichte, bei der ich wirklich lachen musste! Einen Pappschneemann als mentale Abkühlung hängen zu lassen ist echt klasse! Da hing euer Schneemann ja sogar noch länger als mein Leuchtstern:) Du hast recht, manches kann so einfach sein…
      Liebe Grüße,
      Amely

  2. Liebe Amely,
    da hätten wir uns heute mit den weißen Sternen ja prima zusammentun können 🙂
    Du hast vollkommen recht, mit einem Stanzer geht es super flott. Aber man kann diese natürlich auch ohne einen solchen anfertigen, dann braucht es nur halt etwas länger um alles per Hand auszuschneiden.
    Eine schöne Vorweihnachtszeit noch und liebe Grüße,
    Sabine

    1. Liebe Sabine, das stimmt. Weiße Sterne gehen einfach immer, finde ich, egal ob gestanzt, gefaltet, ausgestochen oder was auch immer. Deine Idee behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf und werde sie bei Gelegenheit mal umsetzen!
      LG Amely

  3. Liebe Amely,
    deine Geschichte ist himmlisch!! Ich musste soo schmunzeln. Dann sind unsere Nachbarn von gegenüber nicht die einzigen, bei denen die Sterne das ganze Jahr über hängen 😉 Deine Sterne sind so schlicht wie genial!! Die stehen ebenfalls schon so lange auf meiner To-Do-Liste; allerdings möchte ich es mal mit Kaltporzellan ausprobieren….Vielen Dank für die schöne Idee und ganz liebe Grüße (auch in die Heimat 😉

    Jeanne

    1. Liebe Jeanne, da bin ich ja froh, dass ich nicht die einzige bin, die sich nicht zum jahreszeitgemäßem Dekorieren berufen fühlt:)
      Die Sterne aus Modelliermasse gehen wirklich ganz schnell und einfach, sozusagen mit Gelinggarantie… Hin und wieder mache ich nämlich so was ganz gern. Kaltporzellan klingt gut. Ist es so ähnlich wie Ton, nur dass man es nicht brennen muss? Hast du schon mal damit gearbeitet? Die Modelliermasse bleibt nämlich etwas rau und reißt bei filigranen Sachen leicht ein. Also wäre das eine gute Alternative.
      Liebe Grüße aus der Pfalz!
      Amely

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